Your own sourdough starter

Dein eigener Sauerteigansatz

Sauerteig ist nicht nur eine großartige Möglichkeit, Brot mit einzigartigem Geschmack und toller Textur zu backen, sondern auch ein lebendiges Ökosystem, das mit der richtigen Pflege gedeiht. In diesem Beitrag erfährst du, wie du in nur 7 Tagen deinen eigenen Sauerteigansatz herstellen kannst und welche Faktoren – wie Wasser und Klima – eine entscheidende Rolle spielen.

In nur 7 Tagen zu deinem eigenen Sauerteigansatz.

Mit dieser einfachen Methode kannst du in einer Woche deinen eigenen Sauerteigansatz ansetzen. Dabei wird ein Teil des Ansatzes regelmäßig erneuert – doch keine Sorge, der verworfene Teil kann für andere Rezepte mit Anstellgut verwendet werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Tag 1:
30 g Mehl, wir nehmen gern glutenfreies Hafermehl -  und 30 g Wasser in ein Glas geben, vermengen und locker abdecken. An einem warmen Ort stehen lassen.

Tag 2–3:
Täglich 30 g Mehl und 30 g Wasser hinzufügen, gut umrühren und weiter abgedeckt ruhen lassen.

Tag 4:
30 g des Sauerteigansatzes in ein frisches Glas füllen. Mit weiteren 30 g Mehl und 30 g Wasser füttern, gut vermengen und wieder ruhen lassen.

 Tag 5–6:
Jeden Tag 30 g Mehl und 30 g Wasser zugeben, umrühren und abgedeckt stehen lassen.

 Tag 7:
Dein Sauerteigansatz ist bereit! Er sollte Blasen bilden und eine leicht säuerliche Note haben.

Keine Blasen?
Falls dein Sauerteigansatz noch nicht richtig aktiv ist, gib ihm einfach mehr Zeit. Gerade bei glutenfreien Mehlen kann der Prozess etwas länger dauern. Füttere ihn weiter regelmäßig oder starte – wie an Tag 4 beschrieben – eine Auffrischung in einem frischen Glas.

So pflegst du deinen Sauerteig richtig

Ist dein Ansatz einmal aktiv, beginnt die eigentliche Routine. Du kannst ihn problemlos im Kühlschrank aufbewahren. Dort verlangsamt sich die Aktivität, was die Pflege deutlich einfacher macht.

Wichtig ist, dass du ihn etwa einmal pro Woche in ein sauberes Glas umfüllst und mit glutenfreiem Mehl und Wasser fütterst. So bleibt das mikrobiologische Gleichgewicht stabil und dein Sauerteig langfristig leistungsfähig.

Wenn du backen möchtest, nimm den Sauerteig rechtzeitig aus dem Kühlschrank und lass ihn auf Raumtemperatur kommen. Entnimm die benötigte Menge für dein Rezept und füttere den verbleibenden Rest wieder mit glutenfreiem Mehl und Wasser. Anschließend stellst du ihn zurück in den Kühlschrank.

Starter, Ansatz und fertiger Sauerteig – der entscheidende Unterschied

Ein häufiger Grund, warum Sauerteig „nicht funktioniert“, ist ein Missverständnis bei den Begriffen:

Starter
Dein dauerhaft gepflegter Vorrat im Kühlschrank oder auf der Arbeitsfläche. Er ist stabil, aber nicht automatisch backbereit.

Ansatz
Der aktivierte Starter. Du fütterst ihn gezielt und bringst ihn in eine Phase, in der er Triebkraft aufbaut.

Fertiger Sauerteig
Der Ansatz zum richtigen Zeitpunkt. Maximales Volumen, luftig, mild-säuerlicher Geruch – jetzt liefert er die beste Leistung im Teig.

Der wichtige Punkt:
Fertiger Sauerteig ist kein Zustand, sondern ein Zeitfenster.

Verpasst du diesen Moment, fällt die Aktivität wieder ab und die Säure nimmt zu. Das ist einer der häufigsten Gründe für dichte oder saure Brote.

Mild oder kräftig?

Du kannst den Geschmack deines Sauerteigs aktiv beeinflussen.

Kühler geführt → mehr Essigsäure → kräftiger Geschmack
Wärmer geführt → mehr Milchsäure → milder Geschmack

Beide Prozesse laufen immer gleichzeitig ab. Entscheidend ist nur das Verhältnis. Du steuerst die Bedingungen über die Temperatur und Zeit – und damit das Geschmacksergebnis.

Dein Backup: Sauerteig haltbar machen

Ein Sauerteig kann auch mal kippen oder vergessen werden.

Deshalb lohnt es sich, einen Teil deines aktiven Starters zu sichern:

Streiche ihn dünn auf Backpapier, lasse ihn vollständig trocknen (ca. 8–12 Stunden), zerbrösele ihn und lagere ihn luftdicht.

So hast du jederzeit eine Art „Backup“, den du bei Bedarf wieder aktivieren kannst. Selbst erfahrene Bäcker arbeiten genau so, um ihren Ansatz langfristig zu sichern.

Fazit
Einen Sauerteig anzusetzen ist einfacher, als es zunächst wirkt – du brauchst vor allem Geduld, ein gutes Gefühl für den Prozess und die richtigen Rahmenbedingungen.

Achte auf die Qualität deines Wassers, halte deinen Ansatz in der optimalen Temperaturzone und gib ihm regelmäßig frisches Futter. Mit ein wenig Geduld wirst du bald mit einem lebendigen Sauerteig belohnt, der deine Brote auf ein ganz neues Level hebt.

Viel Erfolg beim Ansetzen deines eigenen Sauerteigs!

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2 Kommentare

Hallo Anja,

für den Sauerteigansatzk kannst du eigentlich unterschiedliche Arten von GF Mehlen (z.B. Braunhirse, Reis oder Buchweizen) nutzen. Wir haben uns durch den bestmöglichen Proteinanteil für gf Hafermehl entschieden.
Falls dir gerade beim Füttern das Hafermehl ausgegangen ist, geht auch ein Mehlmix von Alnavit / bzw. Schär. Als Behälter nutzen wir ein Weck Einmachglas – 580 ml, was super zu reinigen ist.
Katharina
vom Gluty-Free Club

Katharina

Hallo,
Welches Mehl benutze ich denn für den Sauerteigansatz? Ich brauche halt ein glutenfreies Mehl, Buchweizen oder welches andere Mehl?
Hab noch nie einen Sauerteig angesetzt, weil ich immer dachte das wäre schwierig, aber möchte es gerne mal ausprobieren. Ich hab erst seit kurzem die Diagnose Zöliakie und möchte jetzt mal wieder richtiges Brot essen
Wäre toll wenn mir geantwortet wird und freue mich schon darauf
Muss ich sonst noch etwas beachten? Wie groß muss denn das Glas sein?
Lg Anja
Lg Anja

Anja

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